elisabeth am see® | „Mit 80 mache ich einen Sprung und wage einen neuen Schritt“

„Mit 80 mache ich einen Sprung und wage einen neuen Schritt“

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Dieser Satz von Herrn Dieter Meyer aus Geltow verblüfft und begeistert mich. Dieser vitale, agile, freundliche Mensch, dieser leidenschaftliche Motorradfahrer wurde im Dezember schon 80 Jahre alt? Und zieht pünktlich zu diesem Jubiläum gemeinsam mit seiner Frau einen bewussten Schlussstrich: Befreit sich von Garten- und Hausarbeit, von Organisationfülle und Verpflichtungen, verkauft sein Haus, zieht zwei Tage nach seinem Geburtstagsfest in seine alte Heimat, nach Werder. Nicht, weil Krankheit dazu zwingt, sondern, weil Herr Meyer einfach „frei“ sein möchte, ungebunden, Motorradtouren machen und vieles mehr.
Herr Meyer war bis zu seiner Pensionierung Berufsschullehrer in der Fachrichtung Gartenbau und Landtechnik in Werder. „Die Jugend hat mich aufgemotzt“ sagt er. Noch heute wird er von ehemaligen Klassen eingeladen und freut sich, wenn ein Schüler ihm vor dem schiefen Turm von Pisa auf die Schulter klopft: „Sie sind doch Herr Meyer, mein Lehrer von der Berufsschule“. Die Liebe zu seinen Schülern leuchtet in seinen Augen, wenn Herr Meyer über sie spricht.
2000 wurde Herr Meyer gemeinsam mit seiner Frau Mitglied der Volkssolidarität. Als zwei Jahre später der damalige Vorstand sein Amt abgeben wollte, sprach er Herrn Meyer an: „Mensch Dieter, Du warst doch Lehrer, hast mit jungen Menschen gearbeitet. Jetzt könntest Du doch mit alten arbeiten!“ Heute ist die Ortsgruppe mit 145 Mitgliedern nach dem Sportverein der zweitgrößte Verein in Geltow! Das liegt an Herrn Meyers großer Erfahrung und seinem Organisationstalent. Als Lehrer hat er bereits ein Lehrermännerballett ins Leben gerufen. Seit 52 Jahren singt er im Männerchor „Concordia“ Geltow und hat dort von 1975 bis 2000 die Singegruppe „Concordia Verschnitt“ geleitet. Vor den Auftritten hat die Gruppe Stichpunkte bekommen, daraus haben sie Gedichte, Reime und Lieder gemacht. Zusammen mit ihrem Akkordeonspieler „Helmuth“ waren sie bei den verschiedensten Veranstaltungen stets der Knüller des Abends!
All sein Wissen, Können, all seine Erfahrung ließ Herr Meyer erfolgreich in seine ehrenamtliche Vorstandstätigkeit fließen, für die er im Oktober diesen Jahres in Berlin mit der goldenen Ehrennadel der Volkssolidarität ausgezeichnet wurde. Er hat die Ortsgruppe gut aufgebaut: es gibt die Radfahrer-, die Nordic Walking-, die Gymnastik-, die Strickgruppe. Die Singegruppe „Ortsgruppenverschnitt“ bereichert zudem stimmungsvoll das Ortsgruppenleben und individuelle Veranstaltungen. Es werden Reisen und Feiern veranstaltet. Den Vorstand hat Herr Meyer um 12 Helfer erweitert, die wiederum kleinere Gruppen betreuen, helfen, wenn Not am Mann ist.
Miteinander – Füreinander ist das Motto der Volkssolidarität. Herr Meyer erfüllt dieses Motto, denn er gewinnt die Herzen anderer schnell und weiß, was wir vor allem im Alter brauchen: Freunde, Bewegung, neue Impulse.
Im Wegweiser Demenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend steht: „Wer sich regelmäßig mit Menschen austauscht, der fordert das Gehirn auf besonders vielfältige Weise und hält es in Schwung. Je mehr wir unter Leute gehen und uns gemeinschaftlich einbringen, desto größer ist die Chance geistig fit zu bleiben. Soziale Aktivität trägt nachweislich dazu bei, das Demenzrisiko zu senken“. Herr Meyer hat mit seiner Arbeit Menschen zusammengebracht und dadurch gestärkt. Dafür gebührt ihm großer Dank und tiefe Wertschätzung!
Hut ab – vor so viel Mut, Strahlkraft und Engagement!

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